Es gibt auch viele Fotos zu Marienkäfern und den Larven im Netz zB beim Nabu.
Gelege und Larve des Marienkäfers:


Hier gibt es Bilder zum Erkennen und der Entwicklung der Larven und Puppen:
https://www.familiengarten-tipps.de/wildtiere/kaefer-und-krabbler/marienkaefer/entwicklungsstufen-marienkaefer
Und hier die Website des Nabu mit weiteren Bildern:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/kaefer/08193.html
Quelle für die Infos ist auch der Garten-Podcast von „Natur im Garten“: „Red ma Natur“ https://www.naturimgarten.at/podcast.html
Marienkäfer im Garten: kleine Glücksbringer, große Hilfe
Marienkäfer gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Nützlingen im Garten. Viele Menschen mögen sie, weil sie harmlos wirken, schön gefärbt sind und als Glücksbringer gelten. Für den Garten sind sie aber vor allem deshalb wertvoll, weil viele Arten Blattläuse und andere kleine Pflanzenschädlinge fressen. Im Podcast wird genau dieser Punkt betont: Wer Marienkäfer im Garten hat, hat weniger Arbeit mit Läusen.
Für unseren Gemeinschaftsgarten heißt das: Marienkäfer sind keine Dekoration, sondern Teil des natürlichen Pflanzenschutzes. Sie helfen vor allem gegen Blattläuse. Gegen Schnecken oder Reiswanzen sind sie keine Lösung, aber sie sind ein wichtiger Baustein in einem vielfältigen, lebendigen Garten.
Warum Marienkäfer so nützlich sind
Viele Marienkäferarten ernähren sich von Blattläusen. Auch Schildläuse, Blattflöhe, Spinnmilben oder Pilzmyzel können je nach Art auf dem Speiseplan stehen. Besonders bekannt ist der Siebenpunkt-Marienkäfer. Beim Siebenpunkt wird davon ausgegangen, dass ein erwachsener Käfer täglich etwa 50 bis 150 Blattläuse fressen kann. Eine Larve frisst bis zur Verpuppung etwa 200 bis 600 Blattläuse. Die genaue Menge hängt von Art, Temperatur, Beuteangebot und Entwicklungsstadium ab. (Umweltbundesamt)
Wichtig ist: Nicht nur der erwachsene rote Käfer ist nützlich. Die Larven sind mindestens genauso wichtig, oft sogar die besonders aktiven Blattlausjäger. Sie sehen aber ganz anders aus als der fertige Käfer und werden deshalb leicht für Schädlinge gehalten.
Marienkäferlarven bitte nicht entfernen
Die Larven sehen nicht rund und rot aus, sondern eher länglich, dunkel, rau und etwas „krokodilartig“. Im Podcast wird die Larve sehr treffend als kleines Krokodil beschrieben: vorne etwas breiter, hinten schmäler, mit sechs Beinen, kleinen Erhebungen, Härchen und je nach Art gelben oder orangenen Zeichnungen.
Genau diese Tiere sollen wir im Garten unbedingt schonen. Wer auf Rosen, Paradeisern, Bohnen, Holunder, Schneeball oder anderen Pflanzen Blattläuse sieht und daneben dunkle, bewegliche Larven entdeckt, sollte nicht gleich eingreifen. Sehr oft sind diese Larven bereits dabei, das Blattlausproblem zu lösen.
Die Eier sind meist gelblich bis orange und werden in kleinen Gruppen an Blattunterseiten oder in der Nähe von Blattlauskolonien abgelegt. Danach schlüpfen die Larven, fressen, häuten sich mehrmals, verpuppen sich und werden schließlich zu erwachsenen Marienkäfern. Der frisch geschlüpfte Käfer ist anfangs oft noch blass oder gelblich; die typische Farbe und die Punkte entstehen erst nach dem Aushärten der Flügeldecken. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Die Punkte verraten nicht das Alter
Ein häufiger Irrtum ist, dass die Punkte eines Marienkäfers sein Alter anzeigen. Das stimmt nicht. Die Punkte sind ein Merkmal der jeweiligen Art. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer hat also nicht sieben Lebensjahre hinter sich, sondern gehört zur Art Siebenpunkt-Marienkäfer. Marienkäfer leben meist ungefähr ein Jahr, manche etwas länger, je nach Art und Bedingungen.
Es gibt viel mehr Arten, als man im Alltag wahrnimmt. Neben dem bekannten Siebenpunkt-Marienkäfer gibt es zum Beispiel Zweipunkt-, Vierzehnpunkt-, Zweiundzwanzigpunkt- und viele weitere Arten. In Mitteleuropa kommen zahlreiche Marienkäferarten vor; ihre Farben reichen von rot über orange und gelb bis schwarz oder braun. Manche haben runde Punkte, andere eckige Flecken oder sehr variable Muster. (Umweltbundesamt)
Was Marienkäfer im Garten brauchen
Marienkäfer brauchen mehr als nur Blattläuse. Sie brauchen einen Garten, in dem sie Nahrung, Verstecke und Winterquartiere finden.
Hilfreich sind:
Laub unter Sträuchern und Hecken
Mulchschichten auf offenen Beeten
Totholz, Reisighaufen und kleine Asthaufen
ungestörte Ecken
heimische Sträucher wie Holler oder Schneeball
Blütenpflanzen, besonders Doldenblütler wie Wilde Karotte oder Schafgarbe
nicht zu kurz gemähte Wiesenbereiche
Staudenstängel, die nicht alle im Herbst abgeschnitten werden
Im Podcast wird betont, dass Marienkäfer strukturreiche Gärten mögen: Sträucher, Hecken, Wiesenbereiche, Mulch, Laub und Rückzugsorte. Sie nutzen Pflanzen als Kletterstruktur, Jagdrevier und Eiablageplatz. Wenn eine Pflanze im Frühjahr Blattläuse hat, kann sie für Marienkäfer besonders interessant sein, weil dort Nahrung für Käfer und Larven vorhanden ist.
Laub und Mulch sind echte Marienkäferhilfe
Für Marienkäfer ist Laub kein Abfall. Es ist Schutz, Winterquartier und Lebensraum. Die Käfer überwintern gerne in Hohlräumen, unter Rinde, in Mauerritzen, aber auch in Laubhaufen und unter Laubschichten im Garten. NABU beschreibt Laubhaufen ausdrücklich als beliebte Überwinterungsplätze für Marienkäfer. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Auch „Natur im Garten“ empfiehlt, Laub unter Hecken und Sträuchern liegen zu lassen oder dorthin zu rechen. Laub schützt den Boden, fördert Bodenlebewesen, hilft beim Humusaufbau, verringert Verdunstung und bietet Tieren Schutz. (naturimgarten.at)
Für unseren Garten ist das besonders wichtig. Wenn wir im Herbst alles sauber wegräumen, entfernen wir genau die Orte, in denen Marienkäfer und andere Nützlinge überwintern könnten. Besser ist: Wege frei halten, aber unter Sträuchern, an Beeträndern und in ruhigen Gartenecken Laub bewusst liegen lassen.
Warum „nicht zu ordentlich“ besser ist
Ein zu aufgeräumter Garten ist für viele Nützlinge schwierig. Wenn jede Staude abgeschnitten, jedes Blatt entfernt und jeder Boden offen gehalten wird, fehlen Verstecke und Winterquartiere.
Ein nützlingsfreundlicher Garten darf daher stellenweise unordentlich wirken. Das heißt nicht, dass der Garten ungepflegt sein muss. Es heißt: Wir räumen gezielt und sinnvoll auf. Wege sollen sicher bleiben. Kranke Pflanzenteile können entfernt werden. Aber gesunde Stängel, Laub, Mulch, Reisig und Totholz dürfen an passenden Stellen bleiben.
„Natur im Garten“ beschreibt zum Beispiel Haufen aus dünnem Gehölzschnitt, gemischt mit Laub, Benjeshecken, Totholzhaufen und locker mit Holzwolle gefüllte Tontöpfe als gute Versteck- und Winterquartiere für Marienkäfer und andere Nützlinge. (blog.naturimgarten.at)
Was tun, wenn Blattläuse auftreten?
Wenn Blattläuse auftauchen, ist der erste Impuls oft: „Da müssen wir etwas tun.“ Beim Marienkäfer ist aber oft das Gegenteil richtig: zuerst beobachten.
Blattläuse sitzen meist an jungen, weichen Trieben. Genau dort suchen Marienkäfer nach Nahrung. Im Podcast wird beschrieben, dass Marienkäfer immer weiter nach oben krabbeln, weil Blattläuse oft an den frischen Triebspitzen sitzen. Wenn sie dort Läuse finden, fressen sie; wenn nicht, fliegen sie weiter.
Praktisch heißt das:
Bei Blattläusen zuerst genau schauen, ob schon Marienkäfer, Larven oder Eier da sind.
Nicht sofort spritzen.
Nicht alle befallenen Triebspitzen entfernen, wenn dort bereits Nützlinge arbeiten.
Einige Tage Geduld haben.
Nur bei sehr stark geschwächten Jungpflanzen vorsichtig mechanisch eingreifen, zum Beispiel einzelne stark befallene Triebe abstreifen oder abspülen.
Keine Insektizide verwenden, weil sie auch Nützlinge treffen können.
Der BUND weist darauf hin, dass viele frei erhältliche Pflanzenschutzmittel problematisch für Umwelt und Insekten sind, und empfiehlt stattdessen robuste Pflanzen, Pflanzenstärkung, Vielfalt, Nützlingsförderung, Totholz, heimische Wildsträucher und Mulch. (BUND)
Geduld ist beim Marienkäfer besonders wichtig
Im Podcast wird ein sehr wichtiger Gartentipp genannt: Geduld hilft. Oft sind Blattläuse schon da, bevor wir die Marienkäferlarven bemerken. Die Nützlinge kommen meist etwas zeitverzögert. Wenn wir zu früh eingreifen, entfernen oder schädigen wir womöglich genau die Tiere, die das Problem natürlich regulieren würden.
Das heißt nicht, dass man gar nichts tun darf. Aber die erste Maßnahme sollte Beobachten sein. Gerade in einem Gemeinschaftsgarten ist das wichtig, weil mehrere Personen gleichzeitig pflegen. Wenn eine Person Marienkäferlarven nicht erkennt und entfernt, verlieren alle einen Teil der natürlichen Schädlingskontrolle.
Ameisen und Blattläuse
Ameisen und Marienkäfer treffen bei Blattlauskolonien oft aufeinander. Ameisen nutzen den Honigtau der Blattläuse und verteidigen „ihre“ Läuse teilweise gegen Marienkäfer und deren Larven. Im Podcast wird das sehr anschaulich als Kampf um die Beute beschrieben. Auch das Umweltbundesamt beschreibt, dass Ameisen den Marienkäfern gefährlich werden können, indem sie sie von Blättern stoßen oder angreifen. (Umweltbundesamt)
Für uns heißt das: Viele Ameisen an einer stark verlausten Pflanze können ein Hinweis sein, genauer hinzuschauen. Aber auch hier gilt: nicht automatisch alles bekämpfen. Besser ist es, die Pflanze zu stärken, für Vielfalt zu sorgen und Marienkäfern gute Bedingungen zu bieten.
Marienkäfer im Herbst und Winter
Im Herbst sieht man Marienkäfer manchmal in Gruppen an Hauswänden, Balkongeländern, Fenstern oder Pflanzen. Das ist meist kein Problem, sondern Teil der Suche nach Winterquartieren. Sie suchen geschützte Stellen, um die kalte Jahreszeit zu überdauern. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Marienkäfer überwintern als erwachsene Käfer. Sie halten Winterruhe und sind in dieser Zeit kaum aktiv. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Marienkäfer in Gruppen im Laub, Gras, unter Steinen, unter Rinde oder in Ritzen überwintern können. Gelangen sie in warme Wohnräume, wachen sie auf und sterben oft, weil sie dort keine Nahrung finden. Sie sind aber keine Gefahr und richten an Fassaden oder Fenstern keine Schäden an. (Umweltbundesamt)
Wenn sich Marienkäfer in Innenräume verirren, kann man sie vorsichtig aufnehmen und an einen geschützten Ort im Freien bringen, zum Beispiel in die Nähe eines Laubhaufens, unter eine Hecke oder in eine geschützte Gartenecke.
Ein einfaches Marienkäferquartier
Ein Marienkäferquartier kann eine Ergänzung sein, ersetzt aber keinen naturnahen Garten. Ein guter Lebensraum ist wichtiger als ein einzelnes „Insektenhotel“.
Eine einfache Möglichkeit ist ein umgedrehter Tontopf, locker mit Holzwolle oder Stroh gefüllt, auf einem Holzstab befestigt. Der Topf sollte geschützt, eher ruhig, nicht vollsonnig und nicht mitten im Trubel stehen. „Natur im Garten“ beschreibt so einen Tontopf mit Holzwolle als geeignetes Quartier, wenn er in eine passende, naturnahe Umgebung eingebettet ist. (blog.naturimgarten.at)
Auch ein kleiner Holzkasten mit Hohlraum, lockerem Füllmaterial und Öffnungen von unten kann als Ruhe- oder Winterversteck dienen. Wichtig ist, dass das Quartier trocken, geschützt und in der Nähe von Pflanzen, Mulch, Laub und Sträuchern steht. Ein isoliertes Käferhäuschen auf einer völlig kahlen Fläche bringt wenig.
Der Asiatische Marienkäfer
Neben heimischen Arten kommt auch der Asiatische Marienkäfer vor. Er wurde ursprünglich zur biologischen Schädlingskontrolle in Glashäusern eingesetzt und hat sich in Europa etabliert. In Österreich wurde er laut Naturschutzbund erstmals 2006 beobachtet und ist inzwischen weit verbreitet. Er ist sehr variabel gefärbt: häufig orange mit vielen schwarzen Flecken, aber auch schwarz mit roten Flecken oder in anderen Varianten. (Naturschutzbund Österreich)
Der Asiatische Marienkäfer frisst ebenfalls Blattläuse, kann aber auch mit heimischen Arten konkurrieren und deren Larven oder Eier fressen. Das Umweltbundesamt beschreibt ihn als anpassungsfähig und potenziell problematisch für heimische Marienkäfer- und andere Insektenarten. (Umweltbundesamt)
Für unseren Garten ist die praktische Konsequenz nicht, einzelne Marienkäfer zu jagen oder zu töten. Das wäre kaum sinnvoll und würde leicht auch heimische Arten treffen. Sinnvoller ist:
keine nicht-heimischen Nützlinge aussetzen
keine Marienkäfer aus fragwürdigen Quellen kaufen
heimische Nützlinge durch Lebensräume fördern
vielfältige Strukturen schaffen
Pestizide vermeiden
Laub, Mulch und Rückzugsorte erhalten
Nicht jeder Marienkäfer frisst nur Blattläuse
Viele bekannte Marienkäferarten sind Blattlausjäger. Es gibt aber auch Arten mit anderen Nahrungsschwerpunkten. Manche fressen Pilze, etwa Mehltaupilze. Andere nehmen zusätzlich Pollen auf. Im Podcast wird erwähnt, dass erwachsene Marienkäfer auch auf Blüten sitzen und Pollen fressen können, etwa auf Doldenblütlern wie Wilder Karotte.
Das ist ein wichtiger Hinweis für die Gartengestaltung: Blütenpflanzen sind nicht nur für Bienen und Schmetterlinge gut. Auch Nützlinge wie Marienkäfer profitieren von einem durchgehenden, vielfältigen Blütenangebot.
Welche Pflanzen helfen?
Marienkäfer brauchen keine „Lieblingspflanze“ im engeren Sinn. Sie suchen Pflanzen vor allem als Kletterstruktur, Jagdrevier, Eiablageplatz und Nahrungsort. Interessant sind Pflanzen, auf denen Blattläuse vorkommen können, und Blütenpflanzen, die Pollen bieten.
Günstig sind zum Beispiel:
Holler
heimischer Schneeball
Wildrosen
Wilde Karotte
Schafgarbe
Fenchelblüten
Dilleblüten
Pastinakblüten
andere Doldenblütler
Stauden mit langer Blütezeit
Kräuter, die man teilweise blühen lässt
Holler oder Schneeball können im Frühjahr Blattläuse haben. Das ist nicht automatisch schlecht. Wenn wir solche Pflanzen nicht sofort „sauber“ machen, können sie eine frühe Nahrungsquelle für Marienkäfer sein. Wichtig ist nur, keine Monokultur daraus zu machen. Vielfalt ist besser als eine lange Reihe nur aus einer einzigen Art.
Was wir im Gemeinschaftsgarten konkret machen sollten
Laub unter Hecken, Sträuchern und an ruhigen Rändern liegen lassen.
Auf Wegen Laub entfernen, damit niemand ausrutscht. Auf Beeten und unter Gehölzen darf Laub bleiben, solange es keine kranken Pflanzenteile sind.
Mulchschichten auf offenen Beeten fördern.
Mulch schützt den Boden, spart Wasser und bietet vielen kleinen Tieren Rückzugsmöglichkeiten. Das passt auch zu unserer biologischen Düngung: Mulch füttert das Bodenleben und hält die Erde feuchter.
Marienkäferlarven bekannt machen.
Es wäre sinnvoll, ein kleines Foto oder Schild im Garten auszuhängen: „Das ist eine Marienkäferlarve – bitte nicht entfernen.“ Gerade Anfängerinnen und Anfänger erkennen die Larven oft nicht.
Bei Blattläusen zuerst beobachten.
Wenn Blattläuse auftreten, bitte nicht sofort spritzen oder alles abschneiden. Zuerst schauen, ob Marienkäfer, Larven oder Eier vorhanden sind.
Keine Insektizide verwenden.
Auch Mittel, die gegen Blattläuse wirken, können Nützlinge stören oder töten. In einem biologischen Gemeinschaftsgarten sollten wir natürliche Gegenspieler fördern statt alles zu bekämpfen.
Blühpflanzen stehen lassen.
Dille, Fenchel, Schafgarbe, Wilde Karotte und andere Doldenblütler sind wertvoll. Auch wenn sie nicht immer „ordentlich“ aussehen, sind sie wichtig für Nützlinge.
Stauden nicht überall im Herbst abschneiden.
Ein Teil der trockenen Stängel darf bis ins Frühjahr stehen bleiben. Das hilft vielen Insekten, nicht nur Marienkäfern.
Ruhige Ecken zulassen.
Ein kleiner Ast-Laub-Haufen, ein Totholzbereich oder eine Benjeshecke sind keine Unordnung, sondern Lebensraum.
Optional ein Marienkäferquartier bauen.
Ein umgedrehter Tontopf mit Holzwolle oder ein kleiner Holzkasten kann ergänzend helfen, wenn er in einer geschützten, naturnahen Ecke steht.
Was wir besser nicht tun sollten
Marienkäferlarven nicht absammeln.
Sie sehen fremd aus, sind aber wertvolle Nützlinge.
Puppen nicht entfernen.
Eine Marienkäferpuppe sitzt oft unbeweglich an einem Blatt oder Stängel. Sie ist kein Schädling.
Nicht jeden Blattlausbefall sofort bekämpfen.
Ein leichter Blattlausbefall kann Nützlinge anziehen. Wenn wir sofort alles entfernen, fehlt den Marienkäfern die Nahrung.
Nicht alles Laub entsorgen.
Laub ist Winterquartier, Mulchmaterial und Humusquelle.
Keine fremden Marienkäferarten aussetzen.
Wenn überhaupt Nützlinge gekauft werden, dann nur bewusst und mit fachlicher Beratung. Besser ist es, vorhandene heimische Nützlinge durch Lebensraum zu fördern.
Nicht zu stark stickstoffbetont düngen.
Sehr weiche, stark getriebene Pflanzen werden oft leichter von Blattläusen befallen. Ausgewogene biologische Düngung, Mulch und Bodenpflege sind daher auch indirekt Marienkäferförderung.
Zusammenhang mit Mulch, Laub und biologischem Düngen
Dieser Beitrag passt gut zu unserem bisherigen Schwerpunkt auf Mulch, Laub und biologischer Bodenpflege. Mulch ist nicht nur gut für Feuchtigkeit und Humusaufbau. Er schafft auch Rückzugsräume für Nützlinge. Laub ist nicht nur „Gartenabfall“, sondern Winterschutz, Bodenfutter und Lebensraum. Genau dort können Marienkäfer und viele andere Helfer überwintern.
Ein Garten, der im Herbst komplett leergeräumt wird, startet im Frühjahr ärmer: weniger Bodenleben, weniger Verstecke, weniger Nützlinge. Ein Garten mit Laub, Mulch, Sträuchern, Blüten und ruhigen Ecken startet lebendiger.
Kurz gesagt
Marienkäfer sind wichtige Helfer gegen Blattläuse. Besonders ihre Larven sollen geschützt werden, weil sie sehr viele Läuse fressen. Damit Marienkäfer im Garten bleiben, brauchen sie nicht nur Blattläuse, sondern auch Laub, Mulch, Blüten, Sträucher, Verstecke und Winterquartiere. Deshalb sollten wir im Gemeinschaftsgarten nicht alles wegräumen, nicht sofort gegen Blattläuse spritzen und Marienkäferlarven gut erkennen lernen.
Die wichtigste Regel lautet: Erst beobachten, dann handeln. Oft arbeitet die Natur schon an der Lösung.
