Paradeiser – Podcast-Zusammenfassung: „Tomaten richtig gießen“

In dieser Podcast-Folge von Gardena ging es um Paradeiser. https://traumgarten.podigee.io/86-tomaten-richtig-giessen-drei-tipps-fur-beet-topf-im-traumgarten-von-thomas-der-tomatenfluesterer
Zu Gast war „Der Tomatenflüsterer“: https://www.tomatenfluesterer.at

tl:dr

Paradeiser brauchen vor allem Platz, ausreichend Erde und ein kräftiges Wurzelsystem. Für Anfänger eignen sich Buschtomaten, Wildtomaten und kleinfrüchtige Cocktailtomaten besser als große Fleischtomaten. Für Sauce wurde im Podcast Mom’s Paste empfohlen, zum Naschen unter anderem Lost Marbles und Blush.

Im Beet reicht meist eine gute Grunddüngung vor dem Pflanzen, etwa mit Kompost und einem organischen Langzeitdünger. Nicht vorsorglich ständig nachdüngen: Zu viel Stickstoff erzeugt viele Blätter, aber nicht automatisch mehr Früchte. In kleinen Töpfen kann später eine vorsichtige Nachdüngung notwendig sein.

Eine lockere, etwa 10 bis 15 Zentimeter dicke Mulchschicht aus trockenem Heu oder Stroh hält den Boden länger feucht und schützt ihn vor Überhitzung. Frischen Rasenschnitt nur dünn verwenden, da er verkleben und gären kann.

Gegen Braunfäule helfen vor allem ausreichender Pflanzabstand, gute Durchlüftung und rasches Abtrocknen der Blätter. Blütenendfäule ist dagegen keine ansteckende Krankheit, sondern eine Störung der Calciumversorgung. Meist fehlt nicht Calcium im Boden – entscheidend sind gleichmäßige Feuchtigkeit, gesunde Wurzeln, ausreichend große Töpfe und Schutz vor starker Austrocknung.

Zusammenfassung

Sorten

Für Anfänger eignen sich besonders:

  • Buschtomaten: begrenzter Wuchs, wenig Pflege, meist kein Ausgeizen nötig
  • kleinfrüchtige Cocktailtomaten
  • robuste Wildtomaten

Große Fleischtomaten sind anspruchsvoller und brauchen viel Platz, einen guten Standort und eine stabile Versorgung.

Genannte Sorten:

  • Nahuelbuta Pink: Fleischtomate aus Chile mit ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis, festem Fruchtfleisch und vielseitiger Verwendung, etwa frisch, zum Schneiden oder Grillen
  • Mom’s Paste: ertragreiche Buschtomate mit viel Fruchtfleisch und wenig Saft, besonders gut für Paradeisersauce, roh weniger geeignet
  • Lost Marbles: kleine dunkle Cocktailtomate, süß-würzig mit leichter Säure
  • Blush: längliche gelb-orange Cocktailtomate mit sehr fruchtigem Geschmack

Grundsätzlich sollten Sorten gewählt werden, die bereits unter österreichischen oder vergleichbaren klimatischen Bedingungen angebaut wurden. Sorten aus südlichen Urlaubsländern können bei uns schlechter wachsen oder anders schmecken.

Düngung

Paradeiser sind Starkzehrer. Das bedeutet laut Podcast aber nicht, dass sie ständig nachgedüngt werden müssen. Entscheidend ist, dass der Boden bereits vor dem Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist.

Der Interviewpartner düngt seine Beete zu Saisonbeginn mit:

  • Kompost
  • Hornspänen
  • Urgesteinsmehl
  • teilweise Pferdemistpellets

Danach düngt er im Freiland normalerweise nicht mehr nach. Durch ein großes Wurzelsystem sollen sich die Pflanzen Wasser und Nährstoffe auch aus tieferen Bodenschichten erschließen.

Zu viel Stickstoff führt zu starkem Blattwachstum, weniger Früchten und möglicherweise schlechterem Geschmack. Nachgedüngt werden sollte daher nicht vorsorglich, sondern nur bei erkennbaren Mangelerscheinungen.

In kleinen Töpfen kann eine Nachdüngung notwendig werden, weil nur wenig Erde und damit ein kleiner Nährstoffvorrat vorhanden ist. Hornspäne wirken langsam, während Pferdemistpellets oder Brennnesseljauche schneller verfügbare Nährstoffe liefern.

Mulchen mit Heu oder Stroh

Eine Mulchschicht aus trockenem Heu oder Stroh:

  • reduziert die Verdunstung
  • hält den Boden gleichmäßiger feucht
  • schützt das Bodenleben
  • vermindert unerwünschten Bewuchs
  • verhindert eine starke Erwärmung der dunklen Erde
  • reduziert das Hochspritzen von Erde bei Regen

Empfohlen wird eine lockere Schicht von etwa 10 bis 15 Zentimetern. Sie darf sich nicht kompakt um den Pflanzenstamm legen.

Frischer Rasenschnitt ist für eine dicke Mulchschicht weniger geeignet. Er kann verkleben, schimmeln und zu gären beginnen. Wird Rasenschnitt verwendet, dann nur dünn und am besten vorher etwas antrocknen lassen.

Braunfäule

Braunfäule wird vor allem durch lange Blattnässe, dichten Bewuchs und schlechte Durchlüftung begünstigt. Zu eng gesetzte Pflanzen trocknen nach Regen langsamer ab.

Wichtige vorbeugende Maßnahmen:

  • ausreichend Pflanzabstand einhalten
  • Pflanzen so aufbinden, dass die Triebe geordnet wachsen
  • für gute Durchlüftung sorgen
  • den Boden mulchen
  • kräftige Pflanzen mit einem guten Wurzelsystem fördern
  • Blätter nicht unnötig stark entfernen

Der Interviewpartner lässt seine Paradeiser mehrtriebig wachsen, gibt ihnen dafür aber etwa 70 bis 80 Zentimeter Abstand. Seine Aussagen zu Mykorrhiza und zur Behandlung mit Backpulver beruhen vor allem auf eigener Erfahrung und sollten nicht als gesicherte Standardempfehlung übernommen werden.

Blütenendfäule

Blütenendfäule zeigt sich als braune, eingesunkene Stelle an der Unterseite der Frucht. Es handelt sich nicht um einen Pilz, sondern um abgestorbenes Gewebe infolge einer unzureichenden Calciumversorgung der wachsenden Frucht.

Meist fehlt nicht Calcium im Boden. Häufiger kann die Pflanze das vorhandene Calcium wegen Hitze, unregelmäßiger Wasserversorgung oder eines noch schwachen Wurzelsystems nicht ausreichend transportieren.

Daher helfen Calciumtabletten oder zusätzliches Kalken häufig nicht. Wichtiger sind:

  • ausreichend große Töpfe
  • gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit
  • keine starken Wechsel zwischen Austrocknung und sehr viel Wasser
  • ein gesundes und gut entwickeltes Wurzelsystem
  • Mulchen gegen starke Austrocknung und Bodenerhitzung

Längliche Flaschen- und Roma-Paradeiser gelten als besonders anfällig. Beschädigte Stellen können großzügig weggeschnitten werden, solange die Frucht ansonsten gesund ist.